Zum Hacks-Jubiläums-Jahr

Was du denkst, hat Hacks längst aufgeschrieben. Zum Jubiläums-Jahr von Peter Hacks: Nur wenige Dichter des vorigen Jahrhunderts sind noch so bekannt, geläufig, populär wie Peter Hacks, werden gespielt, zitiert und in die Schulbücher gedruckt wie er. Seit 2003, dem Jahr seines 75. Geburtstages wie seines Todes, liegt bei Eulenspiegel eine kanonische Werkausgabe vor, seither sind zahlreiche weitere Bücher von ihm und über ihn erschienen. Jeder also kann ihn kennen, und viele kennen ihn wirklich: durch Gedichte wie »Der Herbst steht auf der Leiter« oder durch eins der meistgespielten Stücke unserer Zeit, »Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe«.
Jubiläum

Vera Friedländer stand am 27. Februar vor 75 Jahren  - an ihrem 15. Geburtstag - in der Großen Hamburger Straße mit vielen anderen Menschen. Ihre Mutter war, wie die Angehörigen der Umstehenden, von den Nazis festgenommen worden. Sie sollten deportiert werden. »Fabrikaktion« nannte die Gestapo diese Arretierung Tausender Berliner Juden, die mit einem »arischen« Partner verheiratet waren. Der einzige Protest dieser Art im Nazireich war erfolgreich, die Frauen und Männer kamen frei. Möglicherweise ist Vera Friedländer die letzte lebende Augenzeugin jenes denkwürdigen Tages im Februar 1943. Danach wurde sie selbst zur Zwangsarbeit gezwungen, worüber sie in ihrem Buch »Ich war Zwangsarbeiterin bei Salamander« berichtet.

Buchpremiere

Im Kampf gegen die Nazis gereift, feuert Hans Heinz Holz nach 1945 als politischer Journalist die Kämpfe gegen die Remilitarisierung der BRD und gegen die Notstandsgesetze an. Seine Promotion wird 1951 aus politischen Gründen abgelehnt. 1970 muss seine Berufung als marxistischer Philosophieprofessor nach Marburg von der Studentenbewegung erkämpft werden. Der international anerkannte Wissenschaftler und Kommunist forscht und lehrt fortan zu allen Bereichen der Philosophie, zu Ästhetik und Politik. »Die Sinnlichkeit der Vernunft« zeigt Hans Heinz Holz im Gespräch. Er führt anhand seines Lebenswegs ungezwungen und allgemeinverständlich in dialektische Philosophie und Ästhetik ein und schildert die politischen Kämpfe in Westdeutschland seit 1945 und seine Teilnahme an ihnen als Kommunist und Philosoph.

 

Draußen ist es bitterkalter Winter, dicke Schneeflocken fallen vom Himmel und die kleine Meise stapft im eisigen Wald umher, auf der Suche nach Futter. Doch die Bäume und der Waldboden sind von einer dicken Schneeschicht zugedeckt und so kann die kleine Meise keine Körner finden.

 

»Kleine Meise, kleine Meise,
sag, wo kommst du denn her? Suchte Futter, suchte Futter,
aber alles war leer.«

 

Buchtipp

Ein Mitarbeiter fragte Herrn B, welche Farbe eine bestimmte Kulisse haben solle. Herr B antwortete grosszügig: »Jede Farbe ist mir recht, Hauptsache sie ist grau.« Bertolt Brecht war einer der bedeutendsten Dramatiker des 20. Jahrhunderts. Er erfand das Epische Theater und verfasste Stücke, deren Faszination bis heute ungebrochen ist. Dass er auch eine beeindruckende, streitbare Persönlichkeit war, zeigen die Anekdoten in »Geschichten vom Herrn B.«, von den Autoren vielfach noch aus erster Hand gewonnen – von Freunden und Feinden, Mitarbeitern, Schülern und Geliebten.