Der Überzeugungstäter
Peter Böhm, Werner Großmann

Der Überzeugungstäter

256 Seiten, 12,5 x 21 cm, brosch.
mit Abb.
nur als eBook erhältlich
eBook 12,99 €

ISBN 978-3-360-51042-6

Buchausgabe vergriffen

Man wird nicht als Soldat geboren, hieß ein Roman über die Schlacht von Stalingrad, und Autor Simonow schildert darin, dass keiner der Soldaten freiwillig und begeistert ins Gefecht gezogen ist. Die misslichen Umstände zwangen sie dazu. Werner Großmann zog auch nicht freiwillig in den Kalten Krieg. Die Umstände sorgten dafür, dass der gelernte Maurer Geheimdienstler wurde, landläufig Spion genannt. 1986 übernahm er von Markus Wolf den Auslandsnachrichtendienst der DDR.
In einem Gespräch mit Peter Böhm macht der inzwischen 88-Jährige reinen Tisch, er berichtet über sein schwieriges Verhältnis zu Mielke, Honecker und dem Parteiapparat. Probleme ganz anderer Art bekam er mit Hansjoachim Tiedge, als der Spionageabwehrchef der Bundesrepublik in die DDR überlief ...


Peter Böhm

Peter Böhm, geboren 1950, war einst im Internationalen Pressezentrum in Berlin tätig und recherchiert seit Jahren zum Thema Geheimdienste. Er legte vielbeachtete Bücher über die Spione Hans-Joachim Bamler, Hans Voelkner und Horst Hesse vor. Zuletzt publizierte er den Band "Der Überzeugungstäter", ein Gespräch mit dem letzten Chef der DDR-Aufklärung Werner Großmann.

Werner Großmann

Werner Großmann, geboren 1930, trat – nach einer Maurerlehre und einem angefangenen Studium an der Pädagogischen Fakultät der TH Dresden – 1952 dem MfS bei. Nach dem Besuch der Schule des Außenpolitischen Nachrichtendienstes (APN), aus dem die Hauptverwaltung Aufklärung (HV A) hervorging, absolvierte er die Parteihochschule in Moskau (1966/67) und die Juristische Hochschule in Potsdam-Golm (1972). Seit Mitte der siebziger Jahre war er einer der Stellvertreter des Chefs der HV A. 1986 wurde er in der Nachfolge von Markus Wolf, mit dem er befreundet war, Chef des etwa viertausend Mitarbeiter zählenden Auslandsnachrichtendienstes der DDR und zugleich stellvertretender Minister für Staatssicherheit. Großmann sorgte maßgeblich dafür, dass die wegen der Embargo- und Sanktionsmaßnahmen des Westens von der internationalen Arbeits- und Wissenschaftsteilung ausgeschlossene DDR mit Hilfe systematischer Wirtschaftsspionage Defizite ausgleichen konnte. Dafür wurde der Sektor Wissenschaft und Technik (SWT) gegründet. Generaloberst Großmann vermochte mit Zustimmung des Runden Tisches die Auslandsagenten der DDR zunächst zu schützen, indem die HV A Unterlagen vernichten konnte. Abwerbungsangebote in der Wendezeit schlug er aus. Als erster Staatsdiener der DDR wurde er am 3. Oktober 1990 wegen Landesverrat und Agententätigkeit verhaftet. Eine Anklage wurde nicht erhoben, der Generalbundesanwalt stellte 1995 die Ermittlungen ein.
Großmann, inzwischen verwitwet, lebt in Berlin.
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