In der DDR war ich glücklich. Trotzdem kämpfe ich für die Einheit
Peter-Michael Diestel

In der DDR war ich glücklich. Trotzdem kämpfe ich für die Einheit

Rückblicke

304 Seiten, 12,5 x 21 cm, geb.
mit Lesebändchen, mit Bildteil
Buchausgabe im Nachdruck
Buch 22,– €

ISBN 978-3-360-01338-5

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ISBN 978-3-360-50161-5

Peter-Michael Diestel nimmt Rückblick, aber keine Rücksicht.


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Die Geschichten, die seit fast dreißig Jahren über die Herstellung der deutschen Einheit verbreitet werden, sind falsch. Sagt er. – Diestel muss es wissen: Er war dabei. Als Stellvertretender Ministerpräsident und Innenminister in der Übergaberegierung. Sie wussten in Bonn über jeden einzelnen von uns Bescheid, ehe wir vereidigt wurden, sie hatten die Akten. Jeder war erpressbar. Nur er nicht. Schreibt er. Binnen vier Wochen kam darum der 1. Staatsvertrag zustande, die Übernahme der DDR erfolgte schon am 1. Juli 1990. Doch es sollte schön demokratisch aussehen. Außerdem wurde noch ein Ostdeutscher für die Unterschrift unter dem 2+4-Vertrag gebraucht. Also musste sich die DDR-Regierung bis zum 2. Oktober „durchwurschteln“, schreibt Diestel. Obgleich für vier Jahre gewählt, war die Legislatur für Parlament und Regierung schon nach vier Monaten zu Ende.

Peter-Michael Diestel nimmt Rückblick, aber keine Rücksicht. Zu seinem Handwerk gehört die Provokation. Allein dieser Titel! Wie kann er in einem Land glücklich gewesen sein, das er nachweislich abschaffte? Und besteht denn die Einheit nicht bereits? Weshalb meint er noch für sie kämpfen zu müssen? Diestel erinnert sich gleichermaßen kritisch wie selbstkritisch der Vorgänge von 1989/90 und reflektiert die Folgen einer in seinen Augen gescheiterten Politik. Der bekennende Geschichtsrevisionist widerspricht dem, was inzwischen in den Geschichtsbüchern steht. Und er gewährt zum Beweis erhellende Einblicke in den damaligen Politikbetrieb. Zum Beispiel wie man ihn aufforderte, den Regierungschef zu stürzen, und wie er am Ende selbst gestürzt werden sollte, weil er sich nicht an die Leine legen ließ. Und wie er den Schwejk gab, um der Umarmung zu entkommen, indem er Heimweh vorschützte, um nicht nach Bonn zu müssen. So rettete er sich eine Zukunft, die er heute genießt.

Das Buch war von ihm als ernüchternder Beitrag zu den bevorstehenden Jubiläen geplant. Aber eigentlich liefert es eine originelle Antwort auf die Frage: Warum sind die Ossis so anders als der Rest der Welt? Hat es vielleicht doch etwas mit ihrer Vergangenheit zu tun? Mit der tatsächlichen und wahren und nicht der erfundenen, von der täglich zu lesen, zu hören und zu sehen ist, wie sie gewesen sein soll. Diestel war und ist immer für eine Überraschung gut; und unterhaltsam obendrein …

Peter-Michael Diestel

Peter-Michael Diestel, geboren 1952, promovierter Anwalt, Mitbegründer der DSU, 1990 DDR-Innenminister und Vize-Premier. Er war Abgeordneter und Oppositionsführer im Brandenburger Landtag von 1990 bis 1992. Seit 1993 betreibt Diestel eine Anwaltskanzlei mit Hauptsitz in Zislow (Mecklenburg-Vorpommern).

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Termine

Datum Titel Ort
17. Jan 20
19:00 Uhr
In der DDR war ich glücklich. Trotzdem kämpfe ich für die Einheit
Campus Gespräch mit Peter-Michael Diestel
Rathaus Bitterfeld-Wolfen
06766 Bitterfeld-Wolfen
22. Jan 20
19:00 Uhr
In der DDR war ich glücklich. Trotzdem kämpfe ich für die Einheit
mit Peter-Michael Diestel
Kulturhaus Sonne Schkeuditz
04435 Schkeuditz
28. Feb 20
20:00 Uhr
In der DDR war ich glücklich. Trotzdem kämpfe ich für die Einheit
mit Peter-Michael Diestel
Teutschen Theater
06179 Teutschenthal
04. Mär 20
20:00 Uhr
In der DDR war ich glücklich. Trotzdem kämpfe ich für die Einheit
mit Peter-Michael Diestel
Thalia Magdeburg
39104 Magdeburg
29. Sep 20 In der DDR war ich glücklich. Trotzdem kämpfe ich für die Einheit
mit Peter-Michael Diestel
Bürgerhaus Eilenburg
39104 Eilenburg

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