Erik Neutsch

Erik Neutsch

Erik Neutsch, Autor von Erzählungen, Reportagen und Romanen. 1931 in Schönebeck an der Elbe in einer Arbeiterfamilie geboren, geriet er als Pimpf« bei Kriegsende ins sowjetische Militärgefängnis. Nach nachgeholtem Abitur Studium der Journalistik in Leipzig, anschließend Arbeit als Redakteur. Im Autorenumfeld des »Bitterfelder Wegs« veröffentlichte er erste Erzählungen. 1964 brachte sein Roman »Spur der Steine« den Durchbruch und machte ihn zu einem der meistgelesenen Autoren der DDR. Das Buch stieß bei Funktionären auf Ablehnung, die es als zu anarchistisch empfanden, was in das Verbot der gleichnamigen Verfilmung mündete. Kern seines Werks war das Verhältnis von Arbeitern und politischer Macht, er thematisierte Widersprüche und Konflikte innerhalb des sozialistischen Systems, so in seinen Roman »Auf der Suche nach Gatt«, dem lange Zeit die Druckgenehmigung verweigert wurde, und in dem fünfbändigen Großprojekt »Der Friede im Osten«, dessen letzter Band nach der Wende erschien. Mit der Erzählung »Forster in Paris« (1981) stellte er eindringlich die Frage, ob politische Radikalität die eigenen Ideale schützt oder zerstört. Vom Literaturbetrieb im vereinten Deutschland wenig beachtet, schuf er 2003 mit »Nach dem Aufstand. Ein Mathias-Grünewald-Roman« ein bedeutsames Alterswerk.
Neutsch lebte als freier Schriftsteller in Halle, gehörte der dortigen SED-Bezirksleitung an und war von 1974 bis 1990 Mitglied der Akademie der Künste der DDR. Er starb 2013 im Alter von 82 Jahren.

Erik Neutsch bei der Eulenspiegel Verlagsgruppe

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