Wir geben keine Ruhe
Reinhard Grimmer (Hrsg.), Wolfgang Schwanitz (Hrsg.)

Wir geben keine Ruhe

Unbequeme Zeitzeugen II

424 Seiten, 12,5 x 21 cm
brosch.
vergriffen
Buch 19,99 €

ISBN 978-3-945187-39-5

Seit 25 Jahren tobt nun die Erinnerungsschlacht. Die Behauptungen, wie das Leben in der DDR angeblich gewesen sein soll, werden immer alberner und abstruser, die Lügen dreister und die Verdrehungen ständig dümmer.   
Es gibt jedoch auch Widerspruch. Noch immer.  Menschen, die in der DDR gelebt und gearbeitet, die die »Diktatur« am eigenen Leibe verspürt haben und ihre Weisheiten nicht aus Akten schöpfen müssen, melden sich zu Wort. Sie sind unbequeme Zeitzeugen einzig deshalb, weil sie nicht bestätigen, was der Zeitgeist vorgibt.  
In diesem zweiten Band - 2014 erschien der erste dieser Art - berichten einunddreißig ehemalige Bürger der DDR über ihre sehr unterschiedlichen Erfahrungen mit diesem Staat, den sie als den ihren betrachteten. Und wie etwa das MfS mit ihnen umging oder sie mit ihm. Es erinnern sich Frauen und Männer, Wirtschaftskapitäne und Werftarbeiter, Theologen und Pädagogen, Akademiker und einfache Leute, und natürlich auch hauptamtliche und inoffizielle Mitarbeiter, die nach einem Vierteljahrhundert, so wie das herrschende kapitalistische System es fordert, noch immer ein Kainsmal tragen. Sie wissen: Auch das wird sich eines Tages erledigen!  
Und deshalb geben sie keine Ruhe. 

Reinhard Grimmer

Reinhard Grimmer, Jahrgang 1942, seit 1960 Mitarbeiter des MfS, zunächst zehn Jahre bei der Spionageabwehr (Funk). Jura-Studium und Promotion an der Juristischen Hochschule in Potsdam. Von 1978 bis 1990 Offizier für Grundsatzdokumente in der Zentralen Auswertungs- und Kontrollgruppe (ZAIG) des MfS/AfNS. 
Oberst a. D. Reinhard Grimmer lebt in Berlin.
 

Wolfgang Schwanitz

Wolfgang Schwanitz, geboren 1930, trat nach einer Lehre als Großhandelskaufmann 1951 dem MfS bei. Er leitete in den fünfziger Jahren einige Kreisdienststellen in Berlin und schließlich die Spionageabwehr der Bezirksverwaltung vor dem Mauerbau. In den sechziger Jahren absolvierte er ein Studium an der Humboldt-Universität, das er als Diplomjurist beendete, 1973 promovierte er an der Juristischen Hochschule des MfS in Potsdam. Im Februar 1974 wurde er in der Nachfolge von Erich Wichert Leiter der Bezirksverwaltung Berlin. Nach zwölf Jahren in dieser Funktion wurde er in die Zentrale berufen und als Stellvertretender Minister verantwortlich gemacht für die operative Sicherstellung und Technik des Ministeriums. Die Modrow-Regierung berief Generalleutnant Schwanitz im November 1989 zum Leiter des an die Stelle des MfS getretenen Amtes für Nationale Sicherheit (AfNS). Diese Funktion übte er aber wegen Krankheit nicht aus. Im Januar 1990 veranlasste der Runde Tisch die Auflösung des MfS, die Volkskammer berief Schwanitz als Mitglied des Ministerrates von seiner Funktion ab. Nach seiner Entlassung aus dem Dienst und dem Ende der DDR wurde gegen ihn ermittelt – ergebnislos. In den Jahren trug er publizistisch zur Aufarbeitung des Ministeriums maßgeblich bei.
Er lebt mit seiner Frau in Berlin.
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