Wie ich in der DDR jüdisch wurde
Wolfgang Herzberg

Wie ich in der DDR jüdisch wurde

Eine selbstkritische Positionsbestimmung

288 Seiten, 12,5 x 21 cm, brosch.
mit Abb.
erscheint 11. Dezember 2018
Buch 14,99 €

ISBN 978-3-360-01887-8

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War die DDR antisemitisch?

Herzberg ist Kind jüdischer Emigranten, geboren im britischen Exil. Er kehrte mit den Eltern nach dem Krieg nach Berlin zurück, studierte Kulturwissenschaften, wurde Schriftsteller, schrieb Texte für die Rockband »Pankow« seines Bruders André Herzberg. Erst sehr spät begann er sich mit der Geschichte seiner weitverzeigten jüdischen Familie zu beschäftigen.
Auch in der DDR waren Juden eine Minderheit. Aber wurden sie gezielt unterdrückt und marginalisiert? Das meinte so mancher nach dem Ende der DDR; sie sei antisemitisch gewesen. Herzberg hat untersucht, ob das zutrifft, interviewte viele Vertreter der Minderheit. Fragte nach Verfolgung, Unterdrückung, Antisemitismus. Und erfuhr das Gegenteil: Juden wirkten beim Aufbau des neuen Staates aktiv mit, deshalb trat das Jüdischsein meist hinter das gesellschaftliche Engagement zurück. Das war ein individueller, kein staatlich gewünschter oder gar forcierter Vorgang.
Herzberg wertet den Antisemitismusvorwurf an die DDR als Versuch, die »Lebensleistungen jüdischer Familien, die nach 1945 in Ostdeutschland lebten, skandalös abzuwerten und zu verdrängen«. Die historische Wahrheit gebiete es, das jüdisch-deutsche Erbe im Osten vorurteilsfrei zur Kenntnis zu nehmen und in die gesamtdeutsche Geschichte zu integrieren, es zu pflegen und dadurch lebendig zu erhalten.


Wolfgang Herzberg

Wolfgang Herzberg, 1944 als Emigrantenkind in England geboren, 1947 Rückkehr der Familie nach Berlin-Steglitz. Von 1950 bis 1958 Besuch der Grundschule in Berlin-Weißensee. 1962 Abitur, 1963 Filmkopierfacharbeiter, Arbeit als Tiefbau- und Landarbeiter. Von 1964 bis 1971 Kulturwissenschaftsstudium an der Humboldt-Universität, danach bis 1974 gewerkschaftliche Kulturarbeit. Von 1974 bis 1979 freiberufliche Mitarbeit an Dokumentarfilmen. 1979-1981 Aspirant an der Akademie der Wissenschaften der DDR zum Thema: Biografische Interviews mit Arbeitern des Berliner Glühlampenwerkes. Ab 1981 freiberuflicher Autor und Publizist, Rocktexter, Liedermacher, Mitarbeit an Dokumentarfilm und Monografie über die Autorin Elfriede Brüning. Interviews und analytische Texte zur DDR-Geschichte linker Juden.
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