Brennendes Gewissen
Oleg Muzyka (Hrsg.), Frank Schumann, Saadi Isakov, Lilia Bersuch

Brennendes Gewissen

Der 2. Mai 2014 in Odessa und die Folgen. Fünf Jahre danach

146 Seiten, 14,5 x 21 cm, brosch.
mit zahlr. Fotos
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Buch 15,– €

ISBN 978-3-947094-37-0

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Am 2. Mai 2014 fand in Odessa ein Massaker statt. Nationalistische und neofaschistische Kräfte stürmten ein Camp vor dem Gewerkschaftshaus, den sogenannten Anti-Maidan. Ukrainer unterschiedlichen Alters und Profession bekundeten seit Wochen ihren Unmut über die politische Entwicklung in Kiew, wo im Februar gewaltsam ein Machtwechsel erfolgt war. Auf dem dortigen Euro-Maidan, der zunächst als sozialer Protest 2013 begann, hatten rechte Kräfte die Mehrheit und einen Putsch organisiert. Nunmehr wurde der Widerstand in Odessa gebrochen. Ein Teil der Demonstranten flüchte aus dem Camp ins Gewerkschaftshaus, das vom rechten Mob angezündet wurde. Bei dem Massaker starb etwa ein halbes Hundert Menschen, es war ein Massenmord. Oleg Muzyka gehörte zu den Überlebenden. In Deutschland wurde er als politischer Flüchtling offiziell anerkannt. Im Buch berichtet er in Interviews über die Ereignisse in Odessa und seine Bemühungen, in Westeuropa die Wahrheit auch über die antisemitischen Vorgänge in seiner Heimat publik zu machen. Drei Journalisten - ein Jude, eine Ukrainerin und ein Deutscher - steuerten Interviews und Texte bei, die sich mit dem Massenmord in Odessa und seinen Folgen beschäftigen. Auch fünf Jahre nach diesem Verbrechen sind weder die Täter verurteilt noch Hintergründe und Zusammenhänge aufgeklärt. Die seit 2014 in der Ukraine herrschenden Machthaber haben daran erkennbar kein Interesse.     

 


Oleg Muzyka

Oleg Muzyka, seit 2015 in Deutschland lebender Emigrant, ist ein ukrainischer Politaktivist, der in ganz Europa weit über 100 Kundgebungen, Fotoausstellungen, Diskussionsveranstaltungen und Film-Festivals zum Brand im Gewerkschaftshaus von Odessa organisierte.

Frank Schumann

Frank Schumann, 1951 in Torgau an der Elbe geboren, arbeitet als Publizist und Verleger in Berlin. Er gründete mit 40 den Verlag edition ost und verlegte u.a. Ulbricht, Honecker, Krenz, Mies. Er sprach als einziger deutscher Journalist rund 40 Stunden mit Margot Honecker. Das Interviewbuch »Zur Volksbildung« wie auch Erich Honeckers »Letzte Aufzeichnungen. Für Margot« platzierten sich im Frühjahr 2012 in allen wichtigen Bestsellerlisten.


Saadi Isakov

Saadi Isakov, studierte Russische Sprache und Literatur, lehrte an der Universität in Bielefeld, arbeitete als Redakteur der Osnabrücker Sonntagszeitung sowie als Chefredakteur der Jüdischen Zeitung und der Zeitschrift Europe Express. 2016 wurde er, aus Israel kommend, in Odessa abgeschoben und ein fünfjähriges Einreiseverbot in die Ukraine über ihn verhängt.

Lilia Bersuch

Lilia Bersuch, geboren in der Ukraine, kam 1989 mit ihren Eltern in die Bundesrepublik Deutschland. Sie arbeitet als Journalistin und Übersetzerin.
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