Die fantastische Reise des Amadeus Z.
     
»Am 7. Juni verabschiedete sich der Zimmermann Amadeus Zündbrodt von seiner Freundin, wie morgens üblich, mit einem Kuss auf ihre Stirn, die sich wächsern anfühlte, während sie ihren restlichen Körper unter der Bettdecke verbarg, und erst als Amadeus nach sieben Tagen noch immer nicht heimgekehrt war, stand Isabelle auf, schmierte sich eine Wurst–, eine Käse- und eine Marmeladenstulle, um sich die Kraft anzufuttern, die sie brauchte, um das nächste Polizeirevier aufzusuchen.« So beginnt die Geschichte, die in die Berliner Unterwelt führt, wo Robinson II. – der Ratten-Regent – das Sagen hat. Und Amadeus ist seine Kreatur, sie hat »einen entscheidenden Anteil an der Übermenschwerdung der Ratte« … So strömt denn der Erzählfluss mit fantastischen Assoziationen und kruden Albernheiten dahin, die Chiffren sind ausgelegt wie Rattenfallen. Eine wunderbar-eklige politische Parabel, inspiriert von der Gegenwart wie auch von Heinrich Heines »Die Wanderratten«: »O wehe! wir sind verloren, / Sie sind schon vor den Toren! / Der Bürgermeister und Senat, / Sie schütteln die Köpfe und keiner weiß Rat. / Die Bürgerschaft greift zu den Waffen, / Die Glocken läuten die Pfaffen. / Gefährdet ist das Palladium / Des sittlichen Staats, das Eigentum.«

324 Seiten, 12,5 x 21 cm, broschiert

22,– €
ISBN 978-3-89793-412-2
ersch. 25. Februar 2026
Eckhard Mieder

Eckhard Mieder

Eckhard Mieder, Jahrgang 1953, geboren in Dessau, aufgewachsen in Berlin, nach Volontariat bei der Nachrichten­agentur ADN Journalistik­studium an der Leip­ziger Karl-Marx-Universität von 1974 bis 1978. Danach, bis 1983, Reporter beim Jugendmagazin »neues leben«, von 1983 bis 1986 Redakteur beim DDR-Fernsehen. Seither freiberuflich als Schriftsteller und Filmemacher tätig. Mieder lebt seit 2002 in Frankfurt am Main.

In der edition ost erschienen der Erzählband »Papier geht um« (1997), die Novelle »Tod des Lehrers« (2014), »Untergang der Estonia. Eine Posse« (2014), »Ab­s­olut und Anderseits. Porträts junger Deutscher 1978 und 1989/90« (2014), die Romane »Leben des Joab« (2016), »Henry Haas. Fall eines An­walts« (2017) und »Die im Regenbogen wohnten« (2023). Ferner »Der Letzte oder Begattet euch doch selber. Zwei Geschichten aus dem Anthropozän« (2017), »Barbarella in Hamburg. Ein deutsches Poesiealbum« (2019), »Am Tegernsee im Schnee von gestern« (2019), »An der Autobahn stand dieser Mann. Gedichte« (2020), »Der Vogel im Preußenkleid des Igels« (2022), »Der Lord geht noch mal auf Sendung. Novellen« (2021) und »Nach hinten nicht und nicht nach vorne. Erzählungen« (2022).

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