Der Dompfaff verschwand pfeifend im Hibiskus
     
Das Titelbild zeigt eine in Stein gehauene Frau im Soldatenmantel, die Hände straffen das Tuch vor der Brust. »Die Frierende« heißt die Plastik, die Rudolf Leptien, ein Schüler Ernst Barlachs, wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg schuf. Sie steht auf dem Usedomer Golm, der größten Kriegsgräberstätte Mecklenburg-Vorpommerns – einer »Mahnstätte für den Frieden und Lernort der Geschichte«, heißt es. Nun, Lernen ist offenbar nicht sonderlich in Mode, und Mahnungen scheinen weniger Aufmerksamkeit zu finden als die Kriegsertüchtigungstrompeten. Und dennoch: Es gibt sie! Bittners leise Verse sind eine poetische Kampfansage an geschichtsvergessene, hirnlose Rüstungsfanatiker und Weltuntergangspropheten, auch wenn er selbst mitunter Ratlosigkeit offenbart: »Der Krieger, ungezügelt, / unbehaust, die Welt ein Schlachtfeld. / Wo findet er Frieden? /Wo ist Hoffnung / in diesen dunklen Zeiten, / in denen der Mensch des Menschen Wolf ist.«
verlag am park

126 Seiten, 12,5 x 21 cm, broschiert

13,– €
ISBN 978-3-89793-418-4
ersch. 28. Juli 2026
Wolfgang Bittner
Bildrechte: privat

Wolfgang Bittner

Wolfgang Bittner lebt als Schriftsteller und Publizist in Göttingen. Der promovierte Jurist erhielt mehrere Preise und Auszeichnungen und ist Mitglied im PEN. Er schreibt für Erwachsene, Jugendliche und Kinder, war freier Mitarbeiter bei Zeitungen, Zeitschriften, im Hörfunk und beim Fernsehen und veröffentlichte etwa achtzig Bücher, darunter die Romane »Niemandsland« (2000) und »Die Heimat, der Krieg und der Goldene Westen« (2019), der Erzählband »Am Yukon« (2022) sowie die Gedichtbände »Südlich von mir« (2014), »Der schmale Grat« (2010) und »Unter der Asche die Glut« (2022). Seine Texte wurden in viele Sprachen übersetzt.

Publikationshinweis

»Der Dompfaff verschwand pfeifend im Hibiskus. Gedichte« erscheint im verlag am park in Vertriebskooperation der Eulenspiegel Verlagsgruppe.

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