Thomas Bachmann, born in the GDR, in Erfurt, um genau zu sein. Das Land existiert nur noch in den Erinnerungen jener, die es erlebt, durchlebt, überlebt haben. Darum können auch nur sie erzählen, wie es damals so zuging. Bachmann, der in Leipzig lebende Fischkopp, erinnert sich. An kleine Begebenheiten und große Gefühle, an Alltägliches wie an Besonderes. Im scheinbar Banalen schimmert Gesellschaftliches durch. Wie etwa bei einem dramatischen Wintereinbruch die Menschen in der Stadt ihre Anonymität verlassen und zusammenrücken. Oder wie eine Kammer unterm Dach, in der sein Bewohner zwar nicht aufrecht stehen, wohl aber aufrecht leben kann, obgleich ihm doch die Gewohnheiten seines Geschlechts unübersehbar anhaften. »R. heulte wie eine Schlosshündin, als der junge Mann in den Zug nach Süden stieg.« Wie heult eine Schlosshündin? Und war’s nicht doch nur männliche Einbildung? Man/frau wird sehen … Die Sammlung erhellender Geschichten unterhält und informiert gleichermaßen.
142 Seiten, 12,5 x 21 cm, broschiert, mit Illustrationen
Thomas Bachmann, Jahrgang 1961, arbeitete als Ingenieur und Sozialarbeiter, und ist seit 1988 als Liedermacher, Autor und Regisseur in Offtheatern unterwegs. Er war Stadtschreiber und Leiter der Schreibwerkstatt für junge Autoren in Leipzig, die jüngst den Streichungen im Kulturbereich zum Opfer fiel. Er schreibt Kinderbücher und Liedertexte, die er mit seinem Projekt »nurso-chanson« unter die Leute bringt. Bachmann ist Mitglied des P.E.N., die Schriftstellervereinigung, die sich für Literatur, Meinungsfreiheit und Völkerverständigung einsetzt, und betreut seit fast zwei Jahrzehnten die Lyrikreihe »Schlafende Hunde«. Von Zeit zu Zeit publiziert er eigene Gedichte und Lieder unter dem Titel »Übers Jahr«.