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Würdigung einer großen Literatin

Der berühmt-berüchtigte Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki hatte immer wieder berichtet, es sei Anna Seghers Roman »Das siebte Kreuz« gewesen, den er sich von seiner Frau Tosia ins Gefängnis habe bringen lassen, als er 1948 nach seiner Rückkehr aus London in Warschau inhaftiert worden war. »Unter dem Einfluss dieses Romans in der Gefängniszelle habe ich beschlossen, mich, wenn ich wieder frei komme, vielleicht doch mit der Literatur zu befassen«.

Solche Worte aus dem Mund des Mannes, der vor laufender Kamera mit fuchtelndem Zeigefinger und scharfe Worten Autoren und deren Werke reihenweise vernichtete, dürfen beinahe als Ritterschlag angesehen werden. Die so geadelte deutsch-jüdische Autorin Anna Seghers, die am 19. November 125 Jahre alt werden würde, hat mit ihrem umfangreichen Werk auch anderweitig große Anerkennung bekommen. Sie war Trägerin unzähliger Preise, darunter der Kleist-Preis (1928), der Nationalpreis der DDR (1951, 1959, 1971) und der Kulturpreis des Weltfriedensrates (1975) und führte von 1952 bis 1978 als Präsidentin den Schriftstellerverband der DDR an.

 

Erinnern Sie sich gemeinsam mit uns anlässlich ihres 125. Geburtstags an diese herausragende Persönlichkeit der deutschen Literaturgeschichte anhand von »Mit einer Flügeltür ins Freie fliegen«. Darin hat der Journalist und enge Weggefährte der Literatin, Achim Roscher, zuvor unveröffentlichte Briefe und Gespräche mit Anna Seghers zusammengestellt.

 

Achim Roscher, Anna Seghers

Mit einer Flügeltür ins Freie fliegen. Gespräche

192 Seiten, 12,5 x 21 cm, geb., mit Lesebändchen, mit Abb.

ca. 20,– €

ISBN 978-3-355-01884-5