Im Kern waren diese Filme antifaschistisch, antimilitaristisch und solidarisch mit den Befreiungsbewegungen weltweit, darunter Auseinandersetzungen mit dem Vietnamkrieg (»Piloten im Pyjama«), Berichte über den Putsch in Chile (»Ich war, ich bin, ich werde sein«, »Psalm 18«, »Der weiße Putsch«), den antikolonialen Kampf (»Der lachende Mann«, »Immer wenn der Steiner kam«) und die Ereignisse in Kampuchea (»Kampuchea - Sterben und Auferstehen«, »Die Angkar«), ganz besonders aber mit dem deutschen Faschismus. »Ein SS-Mann, der spricht, ist ein Wunder«, zitierte Heynowski gern Claude Lanzmann. Mit »Kamerad Krüger« schloss sich der Bogen seines Filmwerks, das mit »Mord in Lwow« und »Aktion J« begann. Nicht aber schloss sich damit der Bogen seiner Biografie und dessen, was ihn umtrieb. Immer wieder kehrte er zurück zu den Gründen für die Siege des Faschismus – draußen auf den Schlachtfeldern und drinnen in den Köpfen. Er suchte bei sich und seiner Generation, reflektierte historisch tiefer, akribischer, schonungsloser als andere. So ist seine Autobiografie zu einem Generationenbuch geworden, zum »Film seines Lebens«, den sehen kann, wer bei ihm sehen gelernt hat. Allein die Aufzählung seiner mehr als 100 Filme sprengte den Umfang dieses Nekrologs. Man hat sie gesehen und wird sie sehen als atemberaubende, erregende, zeitzeugenschaftliche Dokumente. Erlebt hat er noch das lange angekündigte Erscheinen seines zweiten Erinnerungsbuches »Mäander der Erinnerungen. Generation im Abendlicht«. Er starb nach längerer Krankheit am 6. November mittags, zu Hause am Strausberger Platz, mit einem Signalexemplar dieses Buches in der Hand. Im Buchhandel wird es ab dem 18.11.2024 sein. Seine Filme und Bücher werden nicht vergessen.
