Das Große Haus
Hans Modrow (Hrsg.)

Das Große Haus

Insider berichten aus dem ZK der SED

Rote Reihe

256 Seiten, 12,5 x 21,0 cm, brosch.
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Buch 14,90 €

ISBN 978-3-929161-20-5

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IIm Großen Haus in Berlin befand sich bis 1989 die Machtzentrale der DDR. Dort arbeiteten die SED-Führung und der Apparat des Zentralkomitees mit rund 2.000 Parteifunktionären. Heute sitzt dort das Auswärtige Amt mit kaum weniger Beamten. 1994 meldete sich eine Reihe ehemals leitender Mitarbeiter zu Wort und berichtete darüber, was einst hinter diesen Mauern tatsächlich geschah. Damit wollten sie zur Entdämonisierung der SED und der DDR beitragen, die schon damals zum finsteren Popanz aufgeblasen wurden.  Den meisten der 18 Autoren spürt man die Erschütterung an, von der sie beim Ende der SED und der DDR erfasst worden waren. Diese innere Erregung diktiert mehrheitlich ihre Haltung bei der Beurteilung ihrer einstigen Tätigkeit. Das ist schonungslos und punktuell vielleicht auch überzogen. Mit größerem zeitlichen Abstand hätten sie manches gewiss anders beschrieben oder gar verschwiegen, schon um nicht Argumente gegen sich selbst zu liefern. Dennoch: Sie dokumentierten über den beschriebenen Gegenstand hinaus den geistigen Zustand eines Teils der politischen Klasse der DDR unmittelbar nach ihrer politischen Niederlage. Das macht die Textsammlung zu einem einzigartigen zeitgeschichtlichen Zeugnis und erklärt das wachsende Interesse an einem Buch, das erstmals vor zwei Jahrzehnten erschien.


Hans Modrow

Hans Modrow, Politiker, wurde 1928 bei Pölitz geboren. Seine politische Karriere begann Ende der 40er Jahre als Abteilungsleiter und Sekretär des FDJ-Landesvorstandes in Brandenburg und anschließend in Mecklenburg. Von 1958 bis 1989 gehörte er dem ZK der SED als Kandidat bzw. Vollmitglied an und arbeitete an verschiedenen Orten im Partei- und Staatsapparat. 1971-1973 war er Abteilungsleiter der Abteilung Agitation des ZK der SED, ab 1973 erster Sekretär der SED Bezirksleitung in Dresden. Im Oktober 1989 war Modrow einer der Initiatoren des Dresdner Dialoges mit der oppositionellen »Gruppe der 20« und versuchte 1989/1990 als Vorsitzender des Ministerrats der DDR einen geordneten Wandel herbeizuführen, bei dem die Eigenständigkeit der DDR gewahrt bleibt. 1990-1994 war Modrow Abgeordneter des Deutschen Bundestages und Mitglied des außenpolitischen Ausschusses. 1999 zog er als einer von sechs Mandatsträgern für die PDS in das Europäische Parlament ein und blieb dort als Abgeordneter bis 2004.


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