Spannender Lesestoff aus dem Gefängnisalltag

Schon das erste Buch von Thomas Galli sorgte für Aufsehen: Aus seiner langjährigen Tätigkeit als Gefängnisdirektor erzählt er in »Die Schwere der Schuld«  Geschichten über den Gefängnisalltag, in dem sich ein eigener sozialer Kosmos herausbildet, den Problemkreis von Schuld, Strafe und Rehabilitation. In seinem neuen Buch »Die Gefährlichkeit des Täters« richtet Galli sein Augenmerk wieder auf die Lebensläufe der Strafgefangenen, erhellt dabei die Hintergründe ihrer Straftaten und fragt jetzt: Wann gilt ein Täter als »höchst gefährlich«?

Die präzisen Beobachtungen über das Verhalten Strafgefangener und die teils dramatischen Entwicklungen, die sich während der Haft vollziehen, machen das Buch zur spannenden Lektüre, die zudem für eine differenzierte Betrachtung des politisch wie medial vieldiskutierten Feldes »Schutz der Allgemeinheit vor Gefahren« sensibilisiert. Galli spitzt die Frage zu, ob und inwiefern Gefängnisstrafen überhaupt sinnvoll sind oder ob wir nicht einfach an einem überlebten System festhalten. Galli führt diese Diskussion nicht theoretisch. In seinem Buch erzählt er von authentischen Fällen, von Inhaftierten, deren Schicksal sich zwischen erfolgreicher Therapie und Sicherungsverwahrung entscheidet.